Bau-Turbo: schneller
bauen im Bestand

1. September 2026

Seit dem 30. Oktober 2025 gilt in Deutschland der „Bau-Turbo“. Das neue Gesetz soll Genehmigungen beschleunigen und mehr Wohnraum schaffen. Für viele Bauherren stellt sich damit eine doppelte Frage: Wird Bauen jetzt wirklich einfacher? Und leidet darunter die Qualität?

Der Bau-Turbo ist die Kurzform für das Gesetz zur Beschleunigung des Wohnungsbaus. Sein Kern ist der neue Paragraf 246e im Baugesetzbuch. Er erlaubt Kommunen, vom üblichen Bauplanungsrecht abzuweichen und Wohnprojekte in rund drei Monaten zu genehmigen – oft ohne eigenen Bebauungsplan. Entscheidet eine Gemeinde innerhalb dieser Frist nicht, gilt die Zustimmung als erteilt. Die Regel ist zunächst befristet bis Ende 2030 und gilt bundesweit. Die Gemeinde muss jeweils zustimmen.

Besonders interessant für Anbauten und Aufstockungen

Ein Schwerpunkt des Gesetzes liegt auf dem Bauen im Bestand. Viele Städte wollen zusätzlichen Wohnraum schaffen, ohne ständig neue Baugebiete auszuweisen. Der ebenfalls geänderte Paragraf 34 des Baugesetzbuchs erleichtert deshalb die Nachverdichtung im bebauten Innenbereich – etwa Anbauten, Hinterhofbebauung und neue Geschosse auf bestehenden Häusern.

Das Potenzial ist groß. Eine viel zitierte Studie der TU Darmstadt und des Pestel-Instituts schätzt, dass sich allein durch Aufstockung und Nachverdichtung 2,3 bis 2,7 Millionen Wohnungen gewinnen ließen – ohne das es dafür einen einzigen Quadratmeter neues Bauland braucht.

Hier spielt unsere Holzrahmenbauweise ihre Stärken aus. Das geringe Gewicht schont die Statik des Altbaus. Die hohe Vorfertigung in unserer Halle in Damme/Rottinghausen verkürzt die Zeit auf der Baustelle. Und ein neues Dachgeschoss verbessert oft die Energiebilanz des ganzen Hauses, gerade bei unsanierten Gebäuden.

Zusätzlich gibt es seit dem 18.08.2026 aktualisierte Fördermöglichkeiten für die Sanierung von Wohngebäuden. Eine Übersicht finden Sie hier.

Wir von der Zimmerei Burdiek erleben schon heute, dass viele Hausbesitzer ihr Gebäude lieber erweitern als neu zu bauen. Werden Genehmigungen einfacher, dürfte sich dieser Trend verstärken.

Qualität bleibt Pflicht

Der Bau-Turbo senkt nicht die Anforderungen an die Bauqualität. Statik, Brandschutz, Energieeffizienz und Schallschutz bleiben Pflicht. Auch künftig muss ein Gebäude sicher, dauerhaft und energieeffizient gebaut sein.

Für uns von der Zimmerei Burdiek ist das ein entscheidender Punkt, denn viele Vorschriften haben einen guten Grund. Eine gut gedämmte Hülle, eine luftdichte Konstruktion und ein durchdachter Brandschutz erfüllen nicht nur Normen. Sie sorgen vor allem dafür, dass ein Gebäude über Jahrzehnte funktioniert. Wer hier spart, zahlt später oft doppelt.

Weniger Bürokratie hilft allen Beteiligten

Es gibt durchaus Bereiche, in denen eine Vereinfachung sinnvoll ist. Schnellere Verfahren und weniger unnötige Hürden nützen allen: Bauherren erhalten früher Planungssicherheit. Wir als Handwerksbetrieb können unsere Projekte verlässlicher planen. Und Kommunen schaffen schneller Wohnraum. Die eigentliche Aufgabe: sinnvolle Qualitätssicherung von überflüssiger Bürokratie trennen.

Die Zukunft liegt im intelligenten Bauen

Die Richtung des Bau-Turbos stimmt aus unserer Sicht: Er vereinfacht die Prozesse vor Baubeginn, nicht die Qualität selbst. Wer Wohnraum schaffen, ein Haus erweitern oder aufstocken möchte, braucht beides: schnelle Verfahren und sorgfältiges Handwerk.

Eine Übersicht zu Förderungsmöglichkeiten von Sanierungen von Wohngebäuden finden Sie hier.

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