Seit dem 30. Oktober 2025 gilt in Deutschland der „Bau-Turbo“. Das neue Gesetz soll Verfahren im Wohnungsbau beschleunigen und die Schaffung von Wohnraum erleichtern. Für viele Bauherren stellt sich damit eine doppelte Frage: Wird Bauen jetzt wirklich einfacher? Und was bedeutet das für die Qualität?
Der Bau-Turbo ist die Kurzform für neue Regelungen zur Beschleunigung des Wohnungsbaus. Ein zentraler Bestandteil ist der neue Paragraf 246e im Baugesetzbuch. Er ermöglicht es, mit Zustimmung der Gemeinde unter bestimmten Voraussetzungen von bauplanungsrechtlichen Vorschriften abzuweichen – beispielsweise auch ohne vorher einen neuen Bebauungsplan aufzustellen oder einen bestehenden zu ändern. Für die Zustimmung der Gemeinde gilt grundsätzlich eine Frist von drei Monaten. Die Sonderregelung ist bis Ende 2030 befristet. Ob und in welchem Umfang sie genutzt wird, entscheidet die jeweilige Gemeinde.
Besonders interessant für Anbauten und Aufstockungen
Ein wichtiger Ansatzpunkt des Bau-Turbos ist das Bauen im Bestand. Zusätzlicher Wohnraum kann schließlich nicht nur durch Neubauten entstehen, sondern auch durch die Erweiterung bestehender Gebäude. Die neuen Regelungen schaffen unter bestimmten Voraussetzungen zusätzliche Möglichkeiten für Nachverdichtung – etwa durch Anbauten, Aufstockungen oder andere Erweiterungen.
Das Potenzial solcher Maßnahmen ist groß. Verschiedene Untersuchungen haben sich in den vergangenen Jahren mit der Frage beschäftigt, wie viel zusätzlicher Wohnraum durch Aufstockung und Nachverdichtung geschaffen werden könnte. Gerade in Regionen mit begrenztem Bauland können bestehende Gebäude deshalb eine wichtige Rolle bei der Schaffung zusätzlichen Wohnraums spielen.
Hier kann die Holzrahmenbauweise verschiedene Vorteile bieten. Das vergleichsweise geringe Eigengewicht kann insbesondere bei Aufstockungen relevant sein. Durch die Vorfertigung der Bauteile in unserer Halle in Damme/Rottinghausen lässt sich zudem ein großer Teil der Arbeiten bereits vor der Montage erledigen. Wird eine Aufstockung mit einer energetischen Modernisierung von Dach und Gebäudehülle kombiniert, können gleichzeitig energetische Verbesserungen am Bestandsgebäude umgesetzt werden.
Zusätzlich stehen für die energetische Sanierung von Wohngebäuden verschiedene Fördermöglichkeiten zur Verfügung. Welche Förderung für ein konkretes Vorhaben infrage kommt, hängt von der geplanten Maßnahme und den jeweils aktuellen Förderbedingungen ab. Eine aktuelle Übersicht finden Sie hier.
Wir von der Zimmerei Burdiek erleben, dass Hausbesitzer unterschiedliche Möglichkeiten prüfen, um zusätzlichen Wohnraum im Bestand zu schaffen. Vereinfachte planungsrechtliche Verfahren können dabei neue Möglichkeiten für Anbauten und Aufstockungen eröffnen.
Qualität bleibt Pflicht
Der Bau-Turbo betrifft vor allem das Bauplanungsrecht. Anforderungen aus anderen Bereichen des Baurechts werden dadurch nicht grundsätzlich aufgehoben. Je nach Bauvorhaben müssen beispielsweise Vorgaben zu Statik, Brandschutz, Energieeffizienz und Schallschutz weiterhin berücksichtigt werden.
Für uns von der Zimmerei Burdiek ist das ein entscheidender Punkt, denn viele dieser Anforderungen haben einen guten Grund. Eine fachgerecht geplante Gebäudehülle, eine luftdichte Konstruktion und ein auf das Gebäude abgestimmter Brandschutz sind wichtige Bestandteile eines funktionierenden Gebäudekonzepts.
Weniger Bürokratie kann Verfahren erleichtern
Schnellere Verfahren und weniger unnötige Hürden können verschiedene Vorteile bieten: Bauherren erhalten früher Klarheit über ihr Vorhaben. Wir als Handwerksbetrieb können Projekte besser planen. Und für Kommunen können sich zusätzliche Möglichkeiten ergeben, neuen Wohnraum zu ermöglichen. Entscheidend bleibt dabei, vereinfachte Verfahren und die notwendigen Anforderungen an ein Bauvorhaben miteinander zu verbinden.
Neue Möglichkeiten für das Bauen im Bestand
Der Bau-Turbo schafft zusätzliche planungsrechtliche Möglichkeiten für den Wohnungsbau. Für Eigentümer, die Wohnraum schaffen, ihr Haus erweitern oder aufstocken möchten, kann es sich deshalb lohnen zu prüfen, ob die neuen Regelungen beim eigenen Vorhaben genutzt werden können.
Eine Übersicht zu Förderungsmöglichkeiten von Sanierungen von Wohngebäuden finden Sie hier.
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